Trompete

Der Bau der Trompete
Die Trompete gehört zu den Blechblasinstrumenten. Diese werden aus dünngewalzten Metallen hergestellt. Es handelt sich dabei in der Regel um Kupferlegierungen.
Die Zusammensetzung prägt die Qualität des Materials. Die Herstellung ist auch heute trotz des teilweisen Maschineneinsatzes eine Handwerkskunst.
Das Spiel auf der Trompete
Bei der Trompete sind die Lippen für die Tonhöhe verantwortlich. Die Lippen werden gegen das Mundstück gepresst. Der Bläser hält die breite Öffnung des Mundstücks über die Lippen und erzeugt einen Ton. Der Ton wird durch die in der Metallröhre eingeschlossene schwingende Luftsäule erzeugt. Der Spieler kann jedoch durch Veränderung der Lippenspannung die dem Instrument eigenen Obertöne erzeugen ("überblasen"). Im Laufe der Entwicklung wurde der Trompete zusätzlich Rohre mit Ventilen zugefügt, die das Rohr verlängern und dadurch den tiefsten Grundton verändern, so daß eine neue harmonische Reihe mit weiteren Tönen entsteht. Durch das runterdrücken der Ventile ist so das Rohr entsprechend länger.

Die Geschichte der Trompete
Urahne der Trompete sind hohle Bambusröhren.
Form und Material durchliefen jedoch etliche Entwicklungsstufen.
Der Klang der Trompete wird als hell, schmetternd, hart, glänzend und scharf beschrieben.
Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die Komponisten wichtige Partien der Trompete übertragen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Trompete eine interessante Entwicklungsgeschichte durchlaufen hat und ein vielseitiges Instrument ist. Was die Trompete von allen anderen Musikinstrumenten unterscheidet, ist die Pracht des Klanges. Wegen ihres weithin vernehmbaren Schalles, diente sie schon in frühester Zeit als Signalinstrument. Sehr bald kamen militärische und religiöse Funktionen hinzu. Die Trompete galt schon sehr früh als heiliges Instrument. Früheste Trompeten hatten kein Mundstück und keinen Trichter. Sie waren eine Art Megaphon. Die Ägyptische Trompete soll von Gott Osiris erfunden worden sein. Auch bei den Assyrern (1160-625 v. Chr.) war die Trompete bekannt.

Bei den alten Griechen hieß die Trompete Salpinx. Trompetenblasen war zu dieser Zeit eine Disziplin bei den olympischen Spielen. Die Römer waren die ersten, die ein "Militärorchester" unterhielten. Eine Legion hatte um die achtzig Trompeter. Jedes Jahr im April feierten sie ein Trompeterfest, das so genannte Tribilustrium.

Aus der Bronzezeit sind als Instrument der Germanen "die Luren" bekannt. Wahrscheinlich waren diese nur kultischen Zwecken vorbehalten. Alle antiken Trompeten waren Kriegs- oder Kultinstrumente. Sie wurden aus Muscheln, Holz, Bronze oder Silber hergestellt. Von allen diesen Trompeten wird keine Musik im abendländischen Sinne gespielt, denn sie wurden als eselsschreiend, roh, rauh, und schreckenerregend beschrieben. Im Spätmittelalter (1100 - 1400) wurden die Formen der Trompete geändert. Um 1200 erscheint erstmals der Begriff Trumpa. Der Tonumfang um 1300 betrug lediglich die ersten vier Naturtöne.

Durch eine neue Technik, das Biegen der Rohre, konnten um 1400 nun Trompeten in der heute noch geläufigen Bügelform hergestellt werden. 1416 werden die Trompeter unter kaiserlichen Schutz gestellt. 1561 taucht zum ersten Mal der Begriff Clarinen - Bläser auf. Das goldene Zeitalter der Naturtrompete war zwischen 1600 und 1750. Die Technik war ausgereift und man beherrschte die Kunst des " Treibens ". Dadurch war man in der Lage die nicht stimmreinen Töne, die nicht in der Naturtonreihe vorkommen, mittels dieser Kunst zu spielen. Die großen Komponisten dieser Zeit begannen Stücke für die Trompete zu komponieren.

Oftmals wurden Triller auf e``` ( das entspricht dem 20. Naturton ) verlangt. Bach verlangte durchgängig d```. Die Weltrekordhöhe von a``` wurde mehrfach von Michael Haydn und Georg von Reutther verlangt. Erst als 1815 das Ventil erfunden wurde begann der allmähliche Niedergang der Naturtrompete. Das Instrument ist in allen denkbaren Musikstilen vorhanden und wird auch überall solistisch eingesetzt.

Die B-Trompete
Die B-Trompete wird in allen Musikstilen (Sinfonieorchester, Blasorchester, Big Band, Jazzcombo, Blaskapelle, Marching Band, etc. als Standardinstrument verwendet. Mit der Wahl des Modells und des Mundstücks kann der Klang des Instruments stark variiert werden und den Erfordernissen angepasst werden. Am besten lässt man sich von einem erfahrenen Trompeter oder einem guten Fachhändler beraten.

Es gibt zwei grundlegend verschiedene Bauarten:
Die amerikanische B-Trompete (Jazztrompete) mit Stöpselventilen ist heute auf der ganzen Welt stark verbreitet.Sie wird als Hauptinstrument in der Instrumentalausbildung an Musikschulen verwendet.

Die deutsche B-Trompete
Die deutsche B-Trompete mit Drehventilen wird vor allem im deutsch-österreichischen Raum in der Volksmusik, aber auch im Sinfonieorchester noch häufig verwendet. Auch in Deutschland erfährt die deutsche Trompete in den letzten Jahren eine Renaissance. Im Opernhaus Zürich und in der Tonhalle Zürich beispielsweise werden die grossen Opern und Sinfonien der Romantik (Wagner, Strauss, Mahler, Bruckner) wieder auf der deutschen Trompete gespielt.

Die C-Trompete
Sie wird in der Orchesterpraxis in der Kammermusik und auch in der Kirchenmusik häufig verwendet, weil sie eine schlankeren Ton, eine grosse Flexibilität und eine gute Zentrierung aufweist. Die Anschaffung einer C-Trompete lohnt sich nur für einen fortgeschrittenen und intonationssicheren Bläser, der in einem Amateur-Sinfonieorchester mitspielt oder sich der Kammermusik verschrieben hat.

Die D/Es/E-Trompete
Die D-Trompete wird vor allem in dreistimmigen Trompetensätzen des Barocks zur Ausführung der 3. Stimme verwendet, da sie sich klanglich gut als Prinzipal bewährt und sich gut mit den Oberstimmen, (die auf Piccolotrompete gespielt werden) mischt.
Die Es-Trompete ist eine kurze Trompete, welche vor allem für die grossen klassischen Trompetenkonzerte von J. Haydn, J. N. Hummel und J. B. G. Neruda (eigentlich ein hohes Hornkonzert) verwendet wird. Sie eignet sich aber auch bestens für das solistische Spielen mit Orgel (Bearbeitungen in B-Tonarten bestens).
Die E-Trompete wird nur für die Originalfassung des Hummelkonzerts in E verwendet.

Die Piccolotrompete
Wie der Name sagt, handelt es sich bei der Piccolotrompete um eine kleine, bzw. sehr kurze Trompete in hoch B-, A-, G- oder F-Stimmung. Diese Kurztrompeten wurden gebaut, um die hohen Partien der Barockmusik (Händel, Bach, Vivaldi, u.a.) sicherer spielen zu können. Sie werden im Volksmund darum häufig auch Bachtrompeten genannt. Maurice André hat dieses Instrument bekannt gemacht. Nur Bläser mit einer stabilen Ansatzgrundlage und einer sicheren Höhe sollten sich an dieses Instrument wagen.

Das Kornett
Das B-Kornett, auch Cornet oder Cornet à pistons genannt, hat seinen Ursprung in Frankreich, wo es durch virtuose Cornetisten wie Jean Babtiste Arban populär gemacht wurde. Die Länge des Rohres entspricht der B-Trompete (aber mit konischer statt zylindrischer Mensurierung). Die romantischen Komponisten wie Bizet oder Verdi, aber auch Igor Stravinsky und Debussy verwendeten das Instrument häufig in ihren Orchesterwerken. Die englischen Brass Bands sowie New Orleans Jazz Bands schätzten die Beweglichkeit und den weichen Sound des Kornetts und zogen es der Trompete vor. In der Schweiz findet man das Kornett vor allem in Regionen mit starker Brass Band Präsenz. Das Kornett ist ein ideales Instrument für den frühen Beginn, da es weniger Haltungsprobleme bei kleinen Schülern verursacht als die Trompete
Das Kornett wird auch in Es- und C-Stimmung gebaut, während früher auch A-, As- und G-Stimmungen gebräuchlich waren.
es gibt auch Taschenkornette oder Taschentrompeten (pocket trumpets), die speziell kompakt gebaut werden, damit sie platzsparend z. B. im Reisegepäck transportiert werden können. Da diese Instrumente sehr preisgünstig sind, werden sie oft in Guggenmusiken eingesetzt.

Das Flügelhorn
Das Flügelhorn gehört zur Familie der Bügelhörner mit einem konischen Bau und hat noch eine weitere Mensur als das Kornett. Entsprechend ist sein Klang weicher, hornartiger und obertonärmer als jener der Trompete. Das Flügelhorn wird für getragene Kantilenen verwendet. In der traditionellen Blasmusik, in der Brass Band und im Jazzbereich ist das Flügelhorn nicht wegzudenken.

Die Barocktrompete oder Naturtrompete
In der Barockzeit hatte der Komponist nur ventillose Langtrompeten zur Verfügung. (Die Ventile der Blechblasinstrumente wurden erst um 1820 erfunden). Die virtuosen Trompetenparts von Bach oder Hertel beweisen, dass die Trompeter, für die sie geschrieben wurden, ein hohes technisches und musikalisches Niveau aufwiesen. Erst in jüngster Zeit wurden Kopien originaler Instrumente nachgebaut und Trompeter wie Niklas Eklund, Friedemann Immer und Guy Ferber demonstrieren eindrücklich, wie perfekt auf diesen historischen Naturtrompeten gespielt werden kann. Das "Concert Royal " ist eines der wenigen Trompetenensembles, dass zusammen mit Barockorchestern die Kantaten, das Weihnachtsoratorium und die h-moll Messe von J. S. Bach oder Händels Dettinger Te Deum auf historischen Trompeten spielt. Der Stimmton dieser Orchester ist a’ = 415 Hz, für klassische Kompositionen a’ = 430 Hz. In der Schweiz baut A. Egger in Basel eine Naturtrompete Modell "Ehe", die von Naturtrompetern auf der ganzen Welt geschätzt wird.

Dämpfer
straight Mute
straight Mute oder Spitzdämpfer werden in den Kompositionen häufig von den Komponisten vorgeschrieben. Jeder Dämpfer verändert den Klang sehr individuell, je nach Bauart und Material. Der Interpret hat also immer die Qual der Wahl, wobei ein wichtiger Auswahlfaktor die Intonationstreue eines Dämpfers ist. Viele Dämpfer verändern leider auch das gewohnte Intonationsverhalten der Trompete. Als Materialien werden verschiedene Metallbleche, Plastik, Karton und Holz verwendet.

Der Cup mute
Der Cup mute (sourdine bol) wird meist für lyrische Stellen eingesetzt. Sein Klang mischt sich sehr gut mit Holzbläser oder Streicherakkorden, wird aber auch für Solostellen häufig vorgeschrieben.

harmon mute
Der harmon mute oder der wow-wow-Dämpfer ist ein Metalldämpfer mit beweglichem stem. Diese Rohr mit einem kleinen Schallbecher kann im Dämpfer verschieden ausgezogen werden, was den Klang massgeblich verändert. Beim harmon mute wird der Stem ganz entfernt. Miles Davis verwendete diesen Dämpfer oft in seinem Improvisationen. Der wow-wow-Effekt wird mit Schliessen und Oeffnen des kleinen Schallbechers mit der Hand erzeugt.

Der Plunger
Häufig wird im Jazz der Klang mit der Hand über dem Schallbecher der Trompete (hand over bell) verändert. Auch das Spielen in stand (in den Ständer spielen) oder in hat (in den Hut spielen) verändert das Abstrahlen des Klanges. Der plunger ist eine Karton, Metall oder Gummitasse. Hier ein besonders kostengünstiges Modell.

Flüsterdämpfer oder Hoteldämpfer
Der Flüsterdämpfer oder Hoteldämpfer hat die Funktion, die Klangintensität des Trompetenklanges zu absorbieren um auch in einer Wohnung mit sensiblen Nachbarn, nachts, usw. üben zu können. Die meisten Dämpfer verändern dabei aber den Luftfluss massiv, so dass der Spielwiderstand sich komplett ändert. Die Firma Yamaha (Japan) hat einen qualitativ wertvollen Flüsterdämpfer den "Silent BRASS" auf den Markt gebracht, der alle guten Eigenschaften eines Flüsterdämpfers erfüllt. Ein eingebautes Mikrofon erlaubt zudem, dass der Spieler sich über Kopfhörer selber quasi normal hören und überwachen kann. Flüsterdämpfer sollten meiner Meinung nach trotzdem nur in vereinzelten Fällen beim Ueben verwendet werden, man kann nur live und real an seinen persönlichen Klangqualitäten arbeiten.

Velvetone-mute
Der Velvetone-mute ist ein selten gebrauchter Dämpfer. Er hat die Funktion, den Klang weicher zu machen, indem er die hohen Frequenzen des Trompetenklangs absorbiert. Der Ton wird ein wenig Flügelhorn ähnlich, kann aber die Qualitäten dieses Klanges nicht erreichen.

Unsere Lehrkräfte

2008 © Musikschule Kuseler Musikantenland e.V.